Zeit.

Endlich habe ich sie mal. Zeit. Zeit, um aufzuräumen, Zeit, zu stricken, Zeit, Projekte anzugehen, die schon ewig auf Halde liegen und auf Realisation warten.

Und doch ist da dieser kleine Wicht im Kopf, der spricht: „Ich bin dein Gewissen! Du als Selbständige solltest arbeiten. Arbeiten und nochmal arbeiten. Du solltest niemals ruhen, denn dann springen deine Kunden davon. Du sollest Eigenmarketing betreiben, denn sonst wird das nichts und in einem Jahr kennt niemand mehr deinen Namen.“ Und dann lacht er dreckig, der Wicht, und ich glaube ihm ein bißchen. Weil ich gelernt habe, zu glauben.

Und dann kommt dieser befreiende Moment, in dem ein anderer Wicht – und den mag ich bedeutend lieber – in meinem Kopf mit Verve dagegen hält: „Du hast echt mächtig geschuftet! Jetzt fahr mal die Ernte ein, werde richtig gesund und tue, was schön ist!“ Und dann streckt Wicht B Wicht A die Zunge heraus und zeigt ihm eine lange Nase. Und Wicht A rumpelt noch eine Weile frustriert herum, um dann – vorläufig – mit einem gemurmelten „Mach doch was Du willst!“ meinen Kopf zu verlassen. Ich kraule Wicht B ein bißchen hinter den Ohren und beschließe ihm vielleicht ein Mützchen zu stricken. Denn die Zeit dazu habe ich ja grade.

 

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Zeit.