Brach.

Lange lag er brach, mein Blog. Fast ein Jahr jetzt, um genau zu sein. So viel ist passiert, was eigentlich Texte verdient hätte. So viel Pandemie, so viel Studium, so viel Ausbildung, so viel Leben, so viel Welt. Manchmal fließt es einfach nicht, das Texten. Manchmal bleiben die Gedanken einfach im Kopf und wollen nicht sortiert heraus, wollen gar nicht heraus. Oder vielleicht schon doch, aber nicht in die Öffentlichkeit.

Es findet Veränderung statt, aktuell. Ich bleibe bei meinem Business und mag es nach wie vor. Ich bin nicht sicher, ob mein Weg der Vieler ist, die irgendwann von der Grafik in die Beratung wechseln. Meine Wege schlenkern immer ein bißchen, machen Kurven, schlagen Haken und am Ende bin ich an einem guten Platz, da verlasse ich mich drauf.

Eventuell eröffnet sich ein Standbein im Coaching. Im Grunde ist Gestaltung schon eine Art Coaching. Nicht um sonst heißt es Corporate Identity. Man schaut, was da ist, um es sichtbar zu machen. Eine nur hübsch gestaltete Identity, ist oft blutleer, funktioniert nicht, weil sie nichts mit dem Unternehmen oder dem Kopf dahinter zu tun hat. So weit weg vom Coaching ist das nicht. Auch ein Coach schaut, was schon da ist. Er oder sie übersetzt das dann eben nicht in ein CI sondern gräbt die Schätze für Menschen aus. Die angelegt sind in jedem oder jeder. Die raus wollen und noch nicht so recht können. Die festhängen an falschen Ideen, an Unsicherheiten oder sich reiben mit alten, eingebrannten Sätzen. Die laufende Ausbildung macht mir große Freude. Ich wachse, mein Gegenüber wächst, das ist unbezahlbar (und den Visa-Card-Spruch kann hier jeder nach Gutdünken ergänzen).

Nebenbei studiere ich. Gesellschaft verstehen, Prozesse und Systeme verstehen, das möchte ich. Drum Politikwissenschaft und Soziologie an der Fernuni Hagen. Der Kopf schlägt Salti, ich schreibe Klausuren, wann habe wir das letzte Mal Klausuren geschrieben? Oder Hausarbeiten? Ob daraus etwas berufliches werden möchte: We’ll see. Solange mache ich weiter. Wenn es Spaß macht. Wenn es die Hirnwindungen zum Glühen bringt. Wenn es mich Texte schreiben lässt, von denen ich nicht dachte, dass ich das könnte. Stringente Dinger mit vielen Fremdwörtern, die trotzdem fluffig daher kommen und am Ende beinahe das Prädikat wissenschaftlich verdienen.

Und dann kehrt das freie Schreiben zurück. Über die #kommentarkomplizen, die hin und wieder Social Media „überfallen“ und mit Lyrik veredeln. Über Workshops mit arg pubertären 14jährigen, die sich am Ende doch auf das Abenteuer Text einlassen. Nicht alle. Nicht immer. Aber auch hier ist es toll zu sehen, wenn Potentiale leuchten. Wenn stille kids plötzlich Werbeplakate schreiben und gestalten, wenn Liebesbriefe an Heizungen entstehen oder neue Wortkreationen.

Im Grunde heben alle diese Tätigkeiten Schätze. Dinge, die schon da sind. Vielleicht wäre das eine wirklich schöne Berufsbezeichnung für die Zukunft: Schatzfinderin. Schatzheberin. Vielleicht braucht es dafür auch ein neues Wort. Wir werden sehen. Und wenn ich einen Leser oder eine Leserin beim Schätze suchen und finden begleiten darf wäre mir das eine Freude. Denn am besten geht das eh gemeinsam.

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