Winter.

Heute ist der 1. Dezember und es schneit. Das Kind ist in aller früh aufgekratzt zum Adventskalender gestürmt, dazu der Schnee, manchmal kann Glück so einfach sein. Vielleicht ist das ein guter Wegweiser nach diesem ausgezuckten, lauten, unberechenbaren Jahr, das Glück im Kleinen zu suchen.

Der Schnee jedenfalls macht die Welt, die hier grade noch im Lockdown liegt, schlagartig leiser. Friedlicher. Ich bin nicht bereit für Schnee, wenn ich ehrlich bin, ich habe noch nicht damit gerechnet. Nass und kalt sind nicht meine präferierten Wetterzustände. Immerhin, die Winterreifen sind montiert. Auch wenn das Auto momentan praktisch Pause hat. Wo soll man auch hinfahren, wenn Familie und Freunde besuchen kaum möglich ist, Ausflüge auch eher schwierig sind, die Kultur dicht ist. Zumindest was den Feinstaub betrifft, dürfte dieses Jahr ein gutes Jahr sein.

Bald ist es also rum, dieses vermaledeite 2020, das uns so viel und gleichzeitig so wenig abverlangt hat. Wie geht es wohl weiter? Impfungen? Weitere Lockdowns? Viele neue Zahlen? Skifahren? Grenzen offen oder geschlossen? Schulen offen oder geschlossen? Neue Wohnformen mit Homeoffice-Planung? Post-Corona-Bewältigungsseminare? No idea. Wir werden sehen. Und uns drauf einstellen. Mal mehr, mal weniger gut, mal wütend, mal gelassen, mal verzweifelt, mal still.

Und dann – wenn man kurz aus dem Fenster schaut – fällt auf, dass eh immer unvorhergesehene Dinge passieren. So wie auf den Schnee, der einfach fällt. Oft natürlich nicht gleich weltbewegend, wie eine Pandemie, aber doch. Und wenn wir nochmal schauen, kommen wir als Menschen doch auch einigermaßen stabil mit diesen Dingen klar. Können Probleme betrachten, Lösungen finden, diskutieren, einander zuhören, entscheiden, tun. Was gemeinsam deutlich leichter geht als gegeneinander.

Für 2021 wünsche ich mir mehr miteinander. Mehr an einem Strang ziehen. Mehr Solidarität. Auch wenn das hier grade klingt wie aus einem Teambuilding-Seminar geklaut: Im Kern bitte genau so.

Und jetzt? Gehe ich Schneeschaufel, Handschuhe und Winterstiefel suchen und freue mich auf ein warmes After-Schneeschipp-Getränk und Kekse. Wäre doch gelacht, wenn man diesem Wetter nicht auch etwas Gutes abgewinnen könnte.

Photo by Christian Grab on Unsplash

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s