Oh Du sowas von Fröhliche.

Der See hat schlechte Laune. Ich weiß nicht warum, eigentlich ist das Wetter recht schön. Andererseits ist Vorweihnachtszeit. Diese besinnliche, ruhige, Zeit, in der alles so harmonisch daher kommt, die Menschen doppelt so freundlich sind wie praktisch nie während des restlichen Jahres und Kinder mit leuchtenden Augen an der Hand von perfekten Omis und Opis Auslagen betrachten:

Pustekuchen.

Nein, so ist die Vorweihnachtszeit eher nicht. Beginnend mit Lebkuchen im Regal Ende August, weiterführend mit musikalischem „Ach-Was-Sind-Wir-Alle-Fröhlich-Genau-Wie-Last-Christmas“-Melodien-Terror, zugeballert mit Milliarden von „Jetzt-Kaufen-Unschlagbares-Angebot!“-Newslettern und Werbeplakaten, nein, so richtig entspannt, ruhig und weihnachtlich fühlt sich das alles nicht an.

Es fühlt sich eher so an, als würde man dauerhaft der perfekten Idee von Weihnachten jedes Jahr auf’s neue hinterher hecheln, nebst all den Jahres-Abschluss-To-Do’s, die sonst so auf Listen stehen und dem ganz normalen, profanen Alltag. Also doppelte Belastung. Rennen wie eh schon und dazu noch ein bisschen mehr rennen, um das perfekte Geschenk zu finden (oder überhaupt noch eines pünktlich), um einen Advents-Kranz respektive Kalender zeitig parat zu haben, um Nikolaus bloß nicht zu vergessen (Schuhe putzen!) und um dann auch noch total gechillt abends tief seufzend bei Kerzenschein einen weihnachtlichen Chai (war im Angebot!) in den verfrorenen Händen zu halten und selig dem 24. entgegenzublicken. Und wer das nicht schafft, der hat Weihnachten nicht verstanden.

Puh.

Schon beim Schreiben dieses Absatzes kriege ich Stresspickel. Kein Wunder, dass Menschen explodieren, alte Wunden aufbrechen, Hektik herrscht und beinahe jeder um mich herum ausschaut, als wäre das Burn-Out nicht mehr weit.

Selbst der See hat schlechte Laune.

Aber bald ist es geschafft. Die wahre Weihnachtszeit ist ja doch eher die Zeit zwischen den Jahren, die noch nicht aufgeladen ist mit allerlei Konsum und sonstigem Gedöns. Und wenn der 2. Feiertag geschafft ist, kehrt Ruhe ein. Die Ruhe, die eigentlich schon im Advent gefragt wäre.

Also durchhalten, ihr Lieben, der Stress ist endlich und dann wird – fast alles – bestimmt – irgendwann – gut.

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Oh Du sowas von Fröhliche.

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