Zweitausendneunzehn

Ein neues Jahr ist da. Und? Wird sich etwas ändern? Fragt dieses kleine Element, das immer fragen muss, auf der einen Schulter. Nichts, wie immer, antwortet das kleine Element, das immer die Antworten gibt, auf der anderen Seite.

Aber immerhin haben wir jetzt Schnee.

Ja, wie immer. Erst im neuen Jahr. Nicht im alten, wo sich alle Medien und Schwiegermütter danach sehnen, endlich mal wieder weiße Weihnachten. Wann war das eigentlich zuletzt? Weiße Weihnachten? Irgendwo habe ich gelesen, das ein 10jähriges Kind noch nie weiße Weihnachten gesehen hat.

Ehrlich gesagt: Ich glaube es gibt Schlimmeres.

Und wird sich jetzt etwas ändern? Und wenn ja, warum? Irgendwo zwischen „Liebe Dich selbst“ und „jetzt habe ich doch so viel gegessen und getrunken und geraucht und wasweißichnichtnochalles“ kommen diese Ad-Fensterchen auf allen Plattformen und bieten Abhilfe. Sich grade halten üben mit einer App, die am Rücken vibriert, wenn man schief sitzt. Mehr Yoga. Sowieso Yoga. Überall Yoga. TCM-Ernährungs-Tipps. Aufräumchallenges.

So viele Möglichkeiten, Vorschläge, Mahnungen an das Selbst, das schlechtere Selbst und das selbstoptimierende Selbst…. Anstrengend.

Ich schaue in den Schnee und denke, dass der doch ganz schön ist. So ruhig. Ohne Werbebanner und Aufforderungen. Und genauso, denke ich, sollten wir 2019 angehen. Mit Ruhe. Gelassenheit. Die Hektik noch ein wenig in 2018 lassen, bevor sie uns mit Sicherheit ins neue Jahr verfolgt. In diesem Sinne startet schön und kommt gut an. In dieses Zweitausendneunzehn.

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