5

Jetzt ist sie schon fünf. Kaum zu glauben. Plötzlich steigen die Plattitüden wie Luftballons an die Decke: Wie die Zeit vergeht! Nein, was ist sie groß geworden! Und seufzend schaue ich dem Flüggewerden des Nachwuchses zu. Und das alles ist gänzlich unironisch gemeint. Das ich das mal sagen würde – fühlen würde! – hätte ich auch nicht gedacht. Lass es krachen, kleines Mädchen, die Welt ist schön und wartet auf Dich! Alles Gute zum Geburtstag!

31589830_10213944659827953_445995047603666944_n.jpg

 

 

Advertisements
5

Zeit.

Endlich habe ich sie mal. Zeit. Zeit, um aufzuräumen, Zeit, zu stricken, Zeit, Projekte anzugehen, die schon ewig auf Halde liegen und auf Realisation warten.

Und doch ist da dieser kleine Wicht im Kopf, der spricht: „Ich bin dein Gewissen! Du als Selbständige solltest arbeiten. Arbeiten und nochmal arbeiten. Du solltest niemals ruhen, denn dann springen deine Kunden davon. Du sollest Eigenmarketing betreiben, denn sonst wird das nichts und in einem Jahr kennt niemand mehr deinen Namen.“ Und dann lacht er dreckig, der Wicht, und ich glaube ihm ein bißchen. Weil ich gelernt habe, zu glauben.

Und dann kommt dieser befreiende Moment, in dem ein anderer Wicht – und den mag ich bedeutend lieber – in meinem Kopf mit Verve dagegen hält: „Du hast echt mächtig geschuftet! Jetzt fahr mal die Ernte ein, werde richtig gesund und tue, was schön ist!“ Und dann streckt Wicht B Wicht A die Zunge heraus und zeigt ihm eine lange Nase. Und Wicht A rumpelt noch eine Weile frustriert herum, um dann – vorläufig – mit einem gemurmelten „Mach doch was Du willst!“ meinen Kopf zu verlassen. Ich kraule Wicht B ein bißchen hinter den Ohren und beschließe ihm vielleicht ein Mützchen zu stricken. Denn die Zeit dazu habe ich ja grade.

 

IMG_4137.jpg

Zeit.