Fünf Minuten Großartigkeit.

 

Fünf Minuten Großartigkeit. was originally published on Grafikbüro Grünkariert

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Fünf Minuten Großartigkeit.

Bezahlen Sie bequem per Nachnahme.

Steuerberatertermin. Ein durchaus erfreulicher, mein Jahr war gut, ich solle bitte noch etwas investieren, falls das passt, sagt er. Passt, denke ich, bei meinem Telefon biegt sich langsam der Akku hoch, also alle Treuepunkte zusammengesammelt und auf Vertragsverlängerung geklickt. Ein neues Telefon ausgesucht. Bestellt. Während des Vorgangs über einen Satz gestolpert: Bezahlen Sie bequem per Nachnahme. Moment. Nachnahme. Das ist das, wo ich dem Lieferanten Bargeld in die Hand drücke, zuhause sein muss, vorher einen halben Tresor räubern? Bequem?

Wo kann ich hier auf Paypal klicken? Oder auf Vorkasse? Oder Kreditkarte? Nichts.
Bezahlen Sie bequem per Nachnahme.

Na gut, denke ich, dann eben so. Bestellt. Wird ja wohl ein paar Tage brauchen bis das kommt, da schaffe ich es dann noch zum Automaten – kriege ich überhaupt so viel Kohle mit einem Automatengang?

Am nächsten Tag. Ich bin im Büro, mein Mann zuhause. Ein Anruf: Du, da steht ein netter junger Mann vor der Tür und hätte gerne 500 Euro von mir?!
Oh, das ging schnell. Fährt er noch länger durch die Stadt? Kann ich ihn irgendwo treffen? OK, in eineinhalb Stunden in Büro-Nähe. Er ruft mich an, sagt er.

Kein Anruf.

Ich habe einen Termin.

Zwei Anrufe in Abwesenheit.

Mein Mann holt mich ab, wir fahren durch die Stadt, ich telefoniere wieder. Ob er noch unterwegs sei, frage ich. Er brummt etwas unverständliches. Wir fahren über die Kreuzung das steht ein roter Lieferservice-Wagen. DPD? Ja? Sie telefonieren grade? Fahr mal rechts ran, da ist mein Telefon!

Auf einer befahrenen Straße auf dem Seitenstreifen übergebe ich einem DPD-Boten mit russischem Akzent 500 Euro und erhalte ein schwarzes Paket. Ein bisschen fühlt sich das an wie Drogen zu kaufen.

Es hinterlässt mich etwas kopfschüttelnd, das abenteuerlich „bequeme“ Zahlen per Nachnahme.

Bezahlen Sie bequem per Nachnahme. was originally published on Grafikbüro Grünkariert

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Bezahlen Sie bequem per Nachnahme.

Bezahlen Sie bequem per Nachnahme.

Steuerberatertermin. Ein durchaus erfreulicher, mein Jahr war gut, ich solle bitte noch etwas investieren, falls das passt, sagt er. Passt, denke ich, bei meinem Telefon biegt sich langsam der Akku hoch, also alle Treuepunkte zusammengesammelt und auf Vertragsverlängerung geklickt. Ein neues Telefon ausgesucht. Bestellt. Während des Vorgangs über einen Satz gestolpert: Bezahlen Sie bequem per Nachnahme. Moment. Nachnahme. Das ist das, wo ich dem Lieferanten Bargeld in die Hand drücke, zuhause sein muss, vorher einen halben Tresor räubern? Bequem?

Wo kann ich hier auf Paypal klicken? Oder auf Vorkasse? Oder Kreditkarte? Nichts.
Bezahlen Sie bequem per Nachnahme.

Na gut, denke ich, dann eben so. Bestellt. Wird ja wohl ein paar Tage brauchen bis das kommt, da schaffe ich es dann noch zum Automaten – kriege ich überhaupt so viel Kohle mit einem Automatengang?

Am nächsten Tag. Ich bin im Büro, mein Mann zuhause. Ein Anruf: Du, da steht ein netter junger Mann vor der Tür und hätte gerne 500 Euro von mir?!
Oh, das ging schnell. Fährt er noch länger durch die Stadt? Kann ich ihn irgendwo treffen? OK, in eineinhalb Stunden in Büro-Nähe. Er ruft mich an, sagt er.

Kein Anruf.

Ich habe einen Termin.

Zwei Anrufe in Abwesenheit.

Mein Mann holt mich ab, wir fahren durch die Stadt, ich telefoniere wieder. Ob er noch unterwegs sei, frage ich. Er brummt etwas unverständliches. Wir fahren über die Kreuzung das steht ein roter Lieferservice-Wagen. DPD? Ja? Sie telefonieren grade? Fahr mal rechts ran, da ist mein Telefon!

Auf einer befahrenen Straße auf dem Seitenstreifen übergebe ich einem DPD-Boten mit russischem Akzent 500 Euro und erhalte ein schwarzes Paket. Ein bisschen fühlt sich das an wie Drogen zu kaufen.

Es hinterlässt mich etwas kopfschüttelnd, das abenteuerlich „bequeme“ Zahlen per Nachnahme.

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Bezahlen Sie bequem per Nachnahme.

Bezahlen Sie bequem per Nachnahme.

Steuerberatertermin. Ein durchaus erfreulicher, mein Jahr war gut, ich solle bitte noch etwas investieren, falls das passt, sagt er. Passt, denke ich, bei meinem Telefon biegt sich langsam der Akku hoch, also alle Treuepunkte zusammengesammelt und auf Vertragsverlängerung geklickt. Ein neues Telefon ausgesucht. Bestellt. Während des Vorgangs über einen Satz gestolpert: Bezahlen Sie bequem per Nachnahme. Moment. Nachnahme. Das ist das, wo ich dem Lieferanten Bargeld in die Hand drücke, zuhause sein muss, vorher einen halben Tresor räubern? Bequem?

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Am nächsten Tag. Ich bin im Büro, mein Mann zuhause. Ein Anruf: Du, da steht ein netter junger Mann vor der Tür und hätte gerne 500 Euro von mir?!
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Auf einer befahrenen Straße auf dem Seitenstreifen übergebe ich einem DPD-Boten mit russischem Akzent 500 Euro und erhalte ein schwarzes Paket. Ein bisschen fühlt sich das an wie Drogen zu kaufen.

Es hinterlässt mich etwas kopfschüttelnd, das abenteuerlich „bequeme“ Zahlen per Nachnahme.

Bezahlen Sie bequem per Nachnahme.

And now: Something completely different.

Eines der letzten Wochenende war ich in München auf einer Konferenz zum Thema Papier. Ja, das gibt es noch und das wird es auch weiter geben, das Papier. Und immer gibt es auch Menschen, die sich auf die eine oder andere Weise damit auseinandersetzen: Gestalter, Drucker, Veredler, Autoren, Verleger. Papier bleibt.

Was ich neben einer veritablen Menge Papier in verschiedenen Darreichungsformen noch mitgenommen habe? Einen Funken. Was können Gestalter heutzutage tun, um etwas zu bewegen? Konkret: Was kann ich tun, damit es um mich herum ein bisschen besser funktioniert? Es schwelen ein paar Gedanken, ich sortiere Fitzelchen zu Häufchen, miste wieder aus. Ich denke, ich habe da was. Und werde mal schauen, ob das Ding sich ausbreitet. Wir werden sehen.

Abend in München. Ich bin müde von der Konferenz, habe aber noch Lust Stadt zu fühlen. Gehe in die Fußgängerzone und höre plötzlich Musik. Laut, überbordend, einnehmen, humorvoll, definitiv stehen hier Musiker, die ausgebildet sind. Sie heißen „Konnexion Balkon“ und bringen die Menschen zum Tanzen, Grölen, laut Lachen. Ich bin an diesem Abend nicht mehr sehr viel weiter gegangen. Und habe mich den ganzen Heimweg lang gefreut. Ein kleiner Zauber in der Konsumhölle rund um den Marienplatz. Dankeschön dafür!

And now: Something completely different. was originally published on Grafikbüro Grünkariert

And now: Something completely different.