Licht(ausge)spiel(t).

Österreich hat seinen Bundespräsidenten gewählt. An einem Tag, der scheusslich kälter nicht sein kann gab es auch noch ein scheussliches kaltes Ergebnis. Ein strammer Rechter mit Schwiegermutti-Charme hat abgesahnt. Jetzt gibt es eine Stichwahl zwischen grün und blau, schwarz und weiß, wenn man so will, Protest ist es allemal. Und dann parke ich zufällig in der Nähe des alten Kinos. Das mit den roten Plüschsitzen, in dem es immer ein wenig muffig riecht und  zieht wie Hechtsuppe. Weil die Türen alt sind. Hier gab es nie Nachos mit Käsesauce, dafür Programmkino und den einen Menschen, der immer an der Kasse sitzt.

Dort, wo das Kino vormals stand, findet sich jetzt eine Baugrube und ein Schotterparkplatz. Die „Weltlichtspiele“ gibt es nicht mehr, nicht mal mehr als Gebäude. Das macht mich traurig. Wie auch das Wahlergebnis und das Wetter. Eigentlich kann es ab jetzt nur noch aufwärts gehen.

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Licht(ausge)spiel(t).

Licht(ausge)spiel(t).

Österreich hat seinen Bundespräsidenten gewählt. An einem Tag, der scheusslich kälter nicht sein kann gab es auch noch ein scheussliches kaltes Ergebnis. Ein strammer Rechter mit Schwiegermutti-Charme hat abgesahnt. Jetzt gibt es eine Stichwahl zwischen grün und blau, schwarz und weiß, wenn man so will, Protest ist es allemal. Und dann parke ich zufällig in der Nähe des alten Kinos. Das mit den roten Plüschsitzen, in dem es immer ein wenig muffig riecht und  zieht wie Hechtsuppe. Weil die Türen alt sind. Hier gab es nie Nachos mit Käsesauce, dafür Programmkino und den einen Menschen, der immer an der Kasse sitzt.

Dort, wo das Kino vormals stand, findet sich jetzt eine Baugrube und ein Schotterparkplatz. Die „Weltlichtspiele“ gibt es nicht mehr, nicht mal mehr als Gebäude. Das macht mich traurig. Wie auch das Wahlergebnis und das Wetter. Eigentlich kann es ab jetzt nur noch aufwärts gehen.

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Licht(ausge)spiel(t).

Fortsetzung: Der Pass und das Amt.

Ich fasse es nicht. Ich fasse es nicht, ich fasse es nicht.

Vor nunmehr 8 Wochen stellten wir Anträge auf Reisepässe (Präludium siehe hier), saßen drei Stunden mit der kompletten Familie auf dem Konsulat, zahlten ein Schweinegeld und taten brav, wie uns befohlen.

Von dort an geschätze Dauer, bis der Pass parat sein würde: 8 – 10 Wochen
Dauer die es dann noch braucht das Ding von Wien zu uns zu schicken: 1-2 Wochen
Urlaub geplant und Flug gebucht: 1. Juni
Quintessenz: Das wird knapp.

Langsam werde ich etwas nervös. Und dachte, ich kläre mal Plan B, sollten die Schnarchhobel in Wien noch länger brauchen. Mein Plan heißt: Notreisepass. Also mal auf einer deutschen Behörde anrufen und fragen. Schließlich gibt es für uns, Menschen mit der klingenden Bezeichnung „Auslandsdeutsche“, scheinbar diese Möglichkeit. Sagt jedenfalls Google. Und die Website vom Auswärtigen Amt.

Die Dame auf dem Amt sagte vor allem: Nein.

„Nein. Das geht nicht mehr so einfach. Nein. Das kann ich nicht machen. Und wenn Sie schon Pässe beantragt haben, kann ich gar nichts mehr machen. Nein.“

Wait. What? Weil ich braverweise schon Pässe beantragt habe und nicht blank wie Lucie am Morgen des Fluges auf dem Amt auftauche, habe ich keinen Anspruch auf einen Notpass?

„Und wenn Sie doch was beantragen, dann brauche ich ein polizeiliches Führungszeugnis. Das müssen Sie in Bonn beantragen. Und Sie haben im Ausland geheiratet? Dann muss das Standesamt Berlin eine Namensführungsbestätigung ausgeben. Außerdem muss die Reisegesellschaft mir mitteilen, das es besonders dringend ist und wann genau Sie fliegen.“

Kurz frage ich mich, wie das gehen soll, ob Opodo wohl solche Bestätigungen ausgibt, verwerfe den Gedanken aber wieder.

Zusammengefasst: Weil ich nicht rechtzeitig, also 4 Monate (sick!) vor Reiseantritt Pässe beantragt habe, müsste ich jetzt Berlin und Bonn bekloppt machen, für einen Notpass. Geht sicher schneller. Sarkasmus: off. Absolute Fassungslosigkeit: On.

 

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Fortsetzung: Der Pass und das Amt.

Fortsetzung: Der Pass und das Amt.

Ich fasse es nicht. Ich fasse es nicht, ich fasse es nicht.

Vor nunmehr 8 Wochen stellten wir Anträge auf Reisepässe (Präludium siehe hier), saßen drei Stunden mit der kompletten Familie auf dem Konsulat, zahlten ein Schweinegeld und taten brav, wie uns befohlen.

Von dort an geschätze Dauer, bis der Pass parat sein würde: 8 – 10 Wochen
Dauer die es dann noch braucht das Ding von Wien zu uns zu schicken: 1-2 Wochen
Urlaub geplant und Flug gebucht: 1. Juni
Quintessenz: Das wird knapp.

Langsam werde ich etwas nervös. Und dachte, ich kläre mal Plan B, sollten die Schnarchhobel in Wien noch länger brauchen. Mein Plan heißt: Notreisepass. Also mal auf einer deutschen Behörde anrufen und fragen. Schließlich gibt es für uns, Menschen mit der klingenden Bezeichnung „Auslandsdeutsche“, scheinbar diese Möglichkeit. Sagt jedenfalls Google. Und die Website vom Auswärtigen Amt.

Die Dame auf dem Amt sagte vor allem: Nein.

„Nein. Das geht nicht mehr so einfach. Nein. Das kann ich nicht machen. Und wenn Sie schon Pässe beantragt haben, kann ich gar nichts mehr machen. Nein.“

Wait. What? Weil ich braverweise schon Pässe beantragt habe und nicht blank wie Lucie am Morgen des Fluges auf dem Amt auftauche, habe ich keinen Anspruch auf einen Notpass?

„Und wenn Sie doch was beantragen, dann brauche ich ein polizeiliches Führungszeugnis. Das müssen Sie in Bonn beantragen. Und Sie haben im Ausland geheiratet? Dann muss das Standesamt Berlin eine Namensführungsbestätigung ausgeben. Außerdem muss die Reisegesellschaft mir mitteilen, das es besonders dringend ist und wann genau Sie fliegen.“

Kurz frage ich mich, wie das gehen soll, ob Opodo wohl solche Bestätigungen ausgibt, verwerfe den Gedanken aber wieder.

Zusammengefasst: Weil ich nicht rechtzeitig, also 4 Monate (sick!) vor Reiseantritt Pässe beantragt habe, müsste ich jetzt Berlin und Bonn bekloppt machen, für einen Notpass. Geht sicher schneller. Sarkasmus: off. Absolute Fassungslosigkeit: On.

 

Fortsetzung: Der Pass und das Amt.

Old fashioned.

Ich gebe es zu, ich bin Downtown Abbey-Fan. Ein wenig schreckt es mich immer, dass ich das mag, dieser Geschichte zwischen Herrschaft und Dienerschaft, diesen alten Tradions-Klüngel und die vielen Vertuschungen an der „das-gehört-sich-nicht“-Front. Und trotzdem fesselt es mich. Die ruhige, fast beiläufige Erzählweise in der Skandälchen und Skandale passieren, Ränke geschmiedet werden, uneheliche Kinder versteckt oder verhütet werden, die ganz alltäglichen Probleme, die sich aus einem 16-Stunden-Job als Diener ergeben und die technischen Entwicklungen der Zeit, wie ein Telefon, dass der Köchin beim ersten Klingeln fast einen Herzinfarkt verpasst. Lang sind die Folgen. Jedes mal schaut man der Familie Crawley samt Gefolge rund eine Stunde beim Dinnieren, Sinnieren, Streiten, Vertragen und Kleider wechseln zu.

Zeitsprung.

Heute früh surfe ich auf sueddeutsche.de und hole mir meine tägliche Dosis aktueller Nachrichten. Zwischen Syrienkonflikt, US-Wahlkampf und Böhmermann versetzt es mich schlagartig ins England rund um  1920: Die Queen hat sich zu ihrem 90. Geburtstag von Anny Leibowitz ablichten lassen. Downtown Abbey meets 20. Jahrhundert. Eine kurze Verschiebung der Wirklichkeit, ein unwirklicher Zeit- und Realitätssprung an einem Freitag Morgen. Auf der Stelle frage ich mich, ob Carson wohl immer noch in den Katakomben des Buckhingham-Palace unterwegs ist und ob diese Kinder nur zum Five-o’clock-tea in die große Halle gelassen werden. Inmitten von iPhones, Internet und Überschall-Flügen machen mich diese Bilder etwas sprachlos.

Alle Bilder gibt es hier.

queen.jpg

 

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Old fashioned.

Old fashioned.

Ich gebe es zu, ich bin Downtown Abbey-Fan. Ein wenig schreckt es mich immer, dass ich das mag, dieser Geschichte zwischen Herrschaft und Dienerschaft, diesen alten Tradions-Klüngel und die vielen Vertuschungen an der „das-gehört-sich-nicht“-Front. Und trotzdem fesselt es mich. Die ruhige, fast beiläufige Erzählweise in der Skandälchen und Skandale passieren, Ränke geschmiedet werden, uneheliche Kinder versteckt oder verhütet werden, die ganz alltäglichen Probleme, die sich aus einem 16-Stunden-Job als Diener ergeben und die technischen Entwicklungen der Zeit, wie ein Telefon, dass der Köchin beim ersten Klingeln fast einen Herzinfarkt verpasst. Lang sind die Folgen. Jedes mal schaut man der Familie Crawley samt Gefolge rund eine Stunde beim Dinnieren, Sinnieren, Streiten, Vertragen und Kleider wechseln zu.

Zeitsprung.

Heute früh surfe ich auf sueddeutsche.de und hole mir meine tägliche Dosis aktueller Nachrichten. Zwischen Syrienkonflikt, US-Wahlkampf und Böhmermann versetzt es mich schlagartig ins England rund um  1920: Die Queen hat sich zu ihrem 90. Geburtstag von Anny Leibowitz ablichten lassen. Downtown Abbey meets 20. Jahrhundert. Eine kurze Verschiebung der Wirklichkeit, ein unwirklicher Zeit- und Realitätssprung an einem Freitag Morgen. Auf der Stelle frage ich mich, ob Carson wohl immer noch in den Katakomben des Buckhingham-Palace unterwegs ist und ob diese Kinder nur zum Five-o’clock-tea in die große Halle gelassen werden. Inmitten von iPhones, Internet und Überschall-Flügen machen mich diese Bilder etwas sprachlos.

Alle Bilder gibt es hier.

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Old fashioned.

Rotlicht-Überlegungen.

Wegen Stau musste ich heute meine Route zum Kunden ändern. Statt Autobahn ging es quer durch die Stadt. Mit vielen Rot-Ampel-Halten. Da stehe ich zwischen McDonalds und Jet-Tankstelle und mein Blick fällt auf das nächste Gebäude.

Erotik-Store: „Seven Sins“. Junge, hübsche, spärlich bekleidete Frauen räkeln sich zwischen großen roten Werbeflächen auf denen steht: „BH nur 1 Euro!“ Sexy ist irgendwie anders. Und ist es nicht auch reichlich deppert seinen Erotikladen „Seven Sins“ zu nennen? Ich meine Wollust geht ja in Ordnung und wäre – by the way – auch mal ein wirklich netter Name für so ein Geschäft. Aber was bitte haben Zorn, Neid, Eifersucht, Hochmut, Trägheit, Völlerei und Habgier mit Sex zu tun? Wobei. Wenn das Hupenhalterchen nur einen Euro kostet ist das mit der Habgier vielleicht gar nicht so verkehrt.

Vielleicht ist es dem Klientel auch völlig wurscht, wie der Laden heißt, hauptsache es gibt Gummi, Lack und (Kunst-)Leder in allen möglichen und unmöglichen Ausfertigungen. Solange die „Sünde“ im Namen steht, kann es ja nicht so verkehrt sein.

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Rotlicht-Überlegungen.